Farbspiel Inklusion

Ergebnisse des Wettbewerbs „4×4 Inklusion gestalten“

    ESS EKD schreibt Wettbewerb „4×4 Inklusion gestalten“ um gute Ideen zur Schüleraktivierung aus. Vier Schulen werden mit jeweils 4.000 EUR gefördert, um vor Ort Inklusionsfragen aus der Kinderperspektive zur denken. Eine Jury wählt aus spannenden Projekten die kreativsten Ideen.

    Die Idee

    Im Jahr 2021 schrieb die ESS EKD das Förderprogramm „4×4  Inklusion gestalten“ rund um die Schüleraktivierung in inklusiven Schulentwicklungsprozessen aus. Gesucht wurden neue Ideen, die auf gezielte Schüleraktivierung ausgerichtet sind; Ideen, die Teilhabe und Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen in ihren evangelischen Schulen fördern und sie bewusst in die Inklusionsgestaltung einbinden.

    Die vier Förderungen

    Trotz der großen Herausforderungen, die Schulen in Deutschland aktuell beschäftigen, erreichten Bewerbungen aus ganz Deutschland die Schulstiftung. Eine vierköpfige Jury entschied sich für die Förderung der folgenden vier Projektvorhaben:

    Evangelische Werkschule Naundorf: Ausbildung von Streitschlichtern und Lerncoaches, Anschaffung von Material für Medienscouts

    Die Idee, Schüler*innen zu Lerncoaches auszubilden, die in regelmäßig stattfindenden Sprechstunden ihren Mitschüler*innen vermitteln, wie unterschiedlich Menschen lernen, begeisterte die Jury. Ein Verständnis und Bewusstsein für innere (und damit nicht direkt sichtbare) Prozesse in jedem einzelnen Menschen ist aus Sicht der Jury nicht nur für erfolgreiche Lernwege wichtig, sondern schafft auch eine besondere Haltung im täglichen Umgang miteinander. Die Einbindung eines externen Anbieters zur Ausbildung von 15 Lerncoaches ist ebenfalls ein Qualitätsmerkmal der evangelischen Werkschule Naundorf, die sich bewusst Unterstützung sucht und so den eigenen Horizont erweitert.

    Evangelische Grundschule Erfurt: Digitale Schülerzeitung

    Dieses Projektvorhaben überzeugte die Jury, weil es auf eine sehr breite Mitwirkung und Einbindung der Schüler*innen ausgelegt ist. Alle Kinder, alle Altersstufen gestalten die Schülerzeitung mit ihren Beiträgen, und die Kreativität und Fantasie jedes Individuums wird dabei wertgeschätzt. Die Unterschiedlichkeit der Schüler*innen findet ein bewusst gewähltes Abbild, indem verschiedene Darstellungsmöglichkeiten genutzt werden: Metacom Symbole, Lego BricQ Sets und Lego Education. Als digitales Medium ist die Schülerzeitung der evangelischen Grundschule Erfurt angesichts des gegenwärtigen Pandemiegeschehens äußerst aktuell und angebracht.

    Evangelische Montessori-Grundschule Limbach: Gemeinsame Entdeckung der eigenen Region, des Vogtlandes, mit allen Sinnen

    Mit ihrem Projekt will die evangelische Montessori-Grundschule Limbach zwei große Lernziele zeitgleich denken: Durch regelmäßige Ausflüge und Erlebnisse in bewusst gemischten Gruppen (Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarfe) soll ein inklusives Zusammen(er)leben gestärkt werden. Gleichzeitig können die Schüler*innen aber auch in die Erschließung der eigenen Heimat, ihrer Geschichte und Kultur, einsteigen. Die geplante kreative Darstellung und Aufbereitung der gemeinsamen Erlebnisse, in die sich die Schüle*innen in ihrer jeweils individuellen Ausdrucksform einbringen können, rundet das Projekt ab.

    Evangelisches Gymnasiums Siegen-Weidenau: Raum der Begegnung

    Am evangelischen Gymnasium Siegen-Weidenau entsteht ein „Raum der Begegnung“. Er bietet Rückzug, Ruhe, Austausch und Unterstützung für alle und jede*n. Unabhängig vom jeweiligen Bedarf sollen sich Schüler*innen hier aufgehoben fühlen und eigene Wünsche an die Struktur und Nutzung des Raumes umsetzen können. Dazu bieten Workshops, in denen die Nutzung und Ausgestaltung des Raumes und der geplanten Aktivitäten vereinbart werden, die Möglichkeit. Der Raum der Begegnung wird von älteren Schüler*innen betreut und damit deutlich als Raum von Schülern für Schüler erlebt.

    Die ESS EKD wünscht allen Projekten eine erfolgreiche Durchführung und eine Wahrnehmung über die eigene Schule hinaus.